Was andere in mir denken
Jede Angst, jeder Wunsch und jeder flüchtige Gedanke in seiner Nähe ergießt sich in seinen Kopf, sodass selbst die Stille wie Berufsverkehr wirkt. Weil er den Lärm nicht abschalten kann, trägt der Gedankenleser ein zerfleddertes Notizbuch bei sich und notiert jeden Satz, der noch ihm gehören könnte.
Nach einer hastigen Flucht versteckt er sich in einem abgelegenen Refugium, das die letzten Überlebenden beherbergt. Doch Gedankenleser können einander nicht hören. Niemand kann seine Unschuld beweisen, und jedes unerklärliche Flüstern deutet auf den nächsten Angriff hin.
Um den Jäger zu entlarven und die letzten Menschen wie ihn zu retten, muss er Instinkten vertrauen, die er kaum seine eigenen nennen kann, und dem Rätsel begegnen, wo das eigene Ich endet.
Auf Deutsch nicht erhältlich.
- Erstveröffentlichung
- 2021

Rezensionen
Dieses Buch nutzt fiktionale Mittel, um philosophische Fragen über Identität und Schicksal aufzuwerfen. Der brillante Gedankenlese-Mechanismus in seinem Zentrum fragt, was einen Menschen zu dem macht, der er ist, welches Maß an Nähe und Intimität zwischen Menschen richtig ist und ob eine authentische Identität möglich ist — oder ob wir, wie die Gedankenleser, lediglich eine Sammlung von Gedanken und Meinungen sind, die wir im Laufe unseres Lebens aufgenommen haben.
What Others Think in Me ist nicht nur ein Fantasyroman, der die neue Welt erkundet, die entsteht, wenn Gedankenleser ins Spiel kommen. Yoav Blum jongliert mit unterschiedlichen literarischen Formen und überlässt es den Lesern zu entscheiden, ob dies ein Thriller mit nervenaufreibender Handlung, ein Kriminalrätsel ist, bei dem sich alle offensichtlichen Verdächtigen wie in den größten Agatha-Christie-Klassikern auf einem Anwesen versammeln, oder eine Liebesgeschichte, in der die Wahrheit verborgen liegt. Für welches Genre man sich auch entscheidet, ein unterhaltsames Leseerlebnis ist garantiert: ein ausgezeichnetes Buch, das einen festhält und bis zum letzten Moment nicht mehr loslässt.
Dies ist ein Werk mit vielen tiefgründigen Einsichten. In hohem Maße ist es ein Buch über die Bildung von Identität und das Verständnis unseres Platzes in der Welt — über den Versuch zu verstehen, wer wir sind und wer die anderen um uns herum sind. […] Mehr als der Wunsch, Antworten auf komplexe Fragen und Rätsel zu finden, bringt Blums Buch eine Sehnsucht nach stiller und echter innerer Ruhe zum Ausdruck; für einen Moment möchte sein Protagonist einfach nur sein.
Alle Bücher von Blum enthalten ein philosophisches Element, doch in diesem Buch überwiegt es im Gegensatz zu seinen Vorgängern die Handlung und konzentriert sich darauf, wo das Selbst endet und der Andere beginnt. Es ist beinahe eine direkte Fortsetzung des Themas aus The Unswitchable, doch dort wechselten nur Körper den Besitzer. Jeder wusste, wer und was er war, und verstand, dass er sich in einem Körper befand, der nicht sein eigener war. Hier liegt die Komplikation eine Stufe höher, denn es gibt fast keine Möglichkeit, sich vom anderen zu trennen.
Internationale Ausgaben
Hebrew
Russian